Essen – auch seltsam

Ich war unterwegs. Mit der Bahn, der Witz sei erlaubt: in vollen Zügen genießen. Was auch immer – das Leben oder zum Beispiel das Essen. Erlaubt man sich, die Augen vom Handy zu nehmen, kann man tatsächlich andere Menschen sehen. Auf den Bahnhöfen, in den Zügen. Und viele von ihnen essen. Mit einer seltsamen Hast, als müsste das Essen verschlungen werden, damit es niemand ja, was eigentlich? Wohl kaum wegnimmt. Auch wenn der Zug erst in einer Stunde kommt (Verspätung, klar), oder im Zug mehrere Stunden Fahrt vor einem liegen: ohne Genuß, ohne Freude wird konsumiert. Warum eigentlich? Auch auf einer Reise kann man Essen genießen, oder auch froh sein, dass man Essen hat? Wohlmöglich sogar etwas abgeben? Einen Keks vielleicht? Irgendwie war das früher anders. Da wurde vor einer Zugfahrt sorgfältig gepackt, Brote geschmiert, Süssigkeiten und Obst dazu – und wenn im Abteil ein Mitreisender war, der nichts auspackte: nun ja, dann hat man was angeboten. Oft wurde es freudig genommen, und zusammen konnte man mit Fremden speisen.


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